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Klumpfuss

Viele wissen es bereits, aber noch nicht alle. Das Thema Klumpfuß ist in den letzten Monaten zwar in den Hintergrund gerückt, aber es ist natürlich täglich präsent. Unser Fokus liegt momentan auf der Epilepsie, aber wir möchten gerne über den Stand und Verlauf von Maliyas Klumpfuß informieren.

Maliya kam mit Klumpfüßen zur Welt. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem wir zur Pränataldiagnostik gingen. Ich war in der 21. Schwangerschaftswoche. Ich musste aufgrund von Bluthochdruck und Tachykardie ein Medikament nehmen, außerdem hatte ich in der 12. Schwangerschaftswoche eine drohende Fehlgeburt. Wir hatten uns sehr auf den Termin gefreut, weil ihr Vater endlich bei einem Ultraschall dabei sein und das Baby in 3D sehen konnte. Die bisherigen Ultraschalluntersuchungen waren unauffällig, deshalb rechneten wir nicht mit einer schlechten Nachricht. Aber irgendwie hatte ich dennoch ein ungutes Gefühl.

Als die Ärztin den Ultraschallkopf auf meinen Bauch setzte, sahen wir die kleine Maus - wunderschön, das Herz unauffällig, der Kopf unauffällig, alle anderen Organe unauffällig. Wir waren erleichtert. Aber dann kamen wir zu den Füßen, und ich sah sofort, dass da etwas nicht stimmte. Die Ärztin sagte uns, dass Maliya mit Klumpfüßen auf die Welt kommen würde. Zunächst sprach sie uns Mut zu und veranlasste direkt einen Termin in der Humangenetik.

Wir gingen nach Hause, und plötzlich kamen 100.000 Fragen und Gedanken in unseren Kopf: Hat Maliya Schmerzen? Wie konnte das passieren? Wird sie laufen können? Kann man es wirklich behandeln? Steckt mehr dahinter? Google hat es uns nicht leichter gemacht.

Die Humangenetikerin klärte uns auf und sagte, dass es bei Maliya wie bei vielen anderen Kindern einfach so aufgetreten sei, ohne Begleiterkrankungen. Natürlich besteht immer ein Restrisiko.

Wir hatten nie zuvor von Klumpfüßen gehört, aber als wir mit Familie und Freunden darüber sprachen, stellte sich heraus, dass es bekannter war, als wir dachten. Selbst in unserem Umfeld hatten manche bei der Geburt Klumpfüße, aber niemand hatte jemals darüber gesprochen. Diese Kinder können jetzt ganz normal laufen und erinnern sich nicht mehr daran, wie es war, als sie noch kleine Babys waren. Das gab uns Mut. Trotzdem machten wir uns Sorgen und fragten uns, wie es nach der Geburt laufen würde. Dass das unser kleinstes Problem sein würde, war uns da noch nicht klar.

Ein Klumpfuß (Pes equinovarus) ist eine Fehlstellung des Fußes, bei der die Fußsohle nach innen zeigt. Wenn man den Namen hört, stellt man sich einen Klumpen vor. In Wirklichkeit ist der Fuß jedoch so stark verdreht. Es ist eine relativ häufige Fehlstellung des Fußes, die etwa 2 von 1.000 Kindern betrifft. Bei einigen Kindern betrifft es nur einen Fuß, bei anderen beiden.

Die Ursachen für einen Klumpfuß sind vielfältig und können angeboren oder erworben sein. Bei der angeborenen Form ist die Muskulatur und Sehnenansätze im Fuß verkürzt und es kommt zu einer Fehlstellung. Diese Form tritt häufiger auf und kann in einigen Fällen mit anderen Fehlbildungen einhergehen.

Die erworbene Form kann durch eine Verletzung, eine Nervenlähmung oder eine Muskelerkrankung verursacht werden. Hierbei ist die Fehlstellung meist einseitig und tritt plötzlich auf.

Die Behandlung eines Klumpfußes ist in den meisten Fällen erfolgreich. Eine konservative Therapie besteht aus Physiotherapie, speziellen Schienen und gezielten Dehnübungen. In schweren Fällen kann eine operative Korrektur notwendig sein, die je nach Schweregrad der Fehlstellung unterschiedlich aufwändig sein kann.

 

Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung, um bleibende Schäden zu vermeiden. Eine ausreichende Mobilisation des Fußes und eine gezielte Physiotherapie können das betroffene Kind in seiner Entwicklung unterstützen und ein weitgehend normales Leben ermöglichen.

Da die Knochen nach der Geburt noch weich sind, kann man den Klumpfuß gut behandeln. Heutzutage werden fast alle Klumpfüße mit der Ponseti Methode behandelt. In der Regel werden die Füße für 5-9 Wochen bis zum Oberschenkel eingegipst. In einigen Fällen ist danach eine Operation nötig. Ist die Gipstherapie abgeschlossen, wird für 3 Monate eine Abduktionsschiene für 23 Stunden am Tag getragen, die verhindern soll, dass die Füße sich wieder nach innen drehen.

Anschließend muss die Schiene bis zum ca. 5. Lebensjahr nur noch nachts getragen werden. Die Kinder können also, wenn sie sonst keine Einschränkungen haben, laufen.

13 Tage nach der Geburt waren wir mit Maliya beim Orthopäden (den Termin haben wir bereits in der Schwangerschaft gemacht). Die Ärztin war auf Klumpfüße spezialisiert, sie hat Maliyas Füße untersucht und uns beraten. Wir haben uns auf 7-9 Wochen Gips eingestellt. Ob eine Operation nötig sein wird, konnte man noch nicht sagen. Der Gedanke daran, dass unsere kleine Maus eventuell operiert werden muss, hat uns ganz schön zugesetzt.

Die ersten Gipse hat Maliya am 22.9.22 bekommen. Es hat mein Mama-Herz bluten lassen, zu sehen wie diese kleinen Beinchen eingegipst werden. Wir hatten Angst, dass Maliya starke Schmerzen haben wird und viel weint, aber sie war ganz tapfer. Die ersten 1-2 Tage war sie etwas unruhiger als sonst, aber dann hat man keinen Unterschied gemerkt. Die Gipse mussten dann einmal pro Woche gewechselt werden. Schon nach dem ersten Gipswechsel sahen ihre Füße "normal" aus. Aus den 7 Wochen Gips wurden dann nur 4 Wochen und eine Operation brauchte sie zum Glück auch nicht.

Maliya sollte dann 3 Monate lang für 23 Stunden am Tag die Alfa-flex Schiene tragen, damit die Füße sich nicht wieder eindrehen. Da sich aber ihre Krampfanfälle so verschlimmert haben, konnten sie die Schiene nicht nach Plan tragen. Als Übergangslösung hat Maliya zusätzlich Orthesen bekommen, die sie nun tagsüber für einige Stunden trägt. Je nachdem, wie es ihr geht, trägt sie dann nachts die Alfa-Flex Schiene.

Beim Klumpfuss handelt es sich um eine relativ häufige Fehlstellung des Fusses, welche bereits bei Geburt vorhanden ist. Der Fuss ist stark verdreht, sodass die Fusssohle nach innen oder sogar fast nach oben schaut. Die Gewebe auf der Innenseite des Fusses sind dabei stark verkürzt.

Wir brauchen eure Unterstützung!

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